Samstag, 17. Februar 2018

Neuer Pavillon auf dem Gickelsberg (Vyhledy, Guslarz)

Ein Gastbeitrag von Birgit Proft

Bald ist es wieder soweit. Im April findet die alljährliche Sternwanderung auf den Gickelsberg statt, die vom tschechischen Wanderverein Chrastava organisiert wird und sich zu einem trinationalen Wandertreff entwickelt hat.

Bereits im Oktober 2014 wurde nach zahlreichen gemeinsamen Arbeitseinsätzen von Tschechen, Polen und Deutschen hier eine Aussichtsplattform eingeweiht. Nun gibt es für Wanderer und Radfahrer, deren Weg über den Gipfel des Gickelsbergs führt, auch einen Pavillon, der neben der Aussichtsplattform errichtet wurde und nicht nur Schutz vor eventuelle Regenschauern bietet, sondern auch zahlreiche Sitzgelegenheiten für müde Wanderer.






Freitag, 16. Februar 2018

Rauf auf die Gipfel! (Segenberg und Grünberg, Nordböhmen)

Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz

Die Wiesenlandschaft zwischen Mergthal und Glasert liegt lieblich eingebettet zwischen verhältnismäßig hohen Bergen des Lausitzer Gebirges. Je nach Standpunkt des Betrachters zeigen sich diese Erhebungen aus unterschiedlichen Perspektiven, aber immer schön, wie wir es von diesen Gefilden nicht anders kennen. Dieser Kessel wird umfasst von Hochwald, Limberg (Jezevčí vrch), Grünberg (Zelený vrch), Glasertberg (Trávnický vrch), Dürrberg (Suchý vrch) und in einiger Entfernung der Lausche. Wir wollen den unmittelbaren Rund heute einmal abwandern und machen uns in Großmergthal (Mařenice) auf die Socken. Da uns die Örtlichkeiten im wesentlichen bekannt sind, haben wir uns als Höhepunkt vorgenommen, direkt zu den wohl selten begangenen Gipfeln zweier Berge vorzudringen, nämlich von Segenberg (Jelení vrch) und Grünberg.

Der Segenberg erhebt sich südlich von Großmergthal recht unspektakulär im Schatten des Limberg über den Weiden. Wir haben schon früher einmal die herrliche Aussicht nach Süden und Westen genossen und hoffen nun, vom Gipfel einen noch besseren Überblick zu erhalten, zumal wir am Hang des Berges einen Kahlschlag sehen. Der Aufstieg zum Gipfel ist sehr steil und unwegsam, aber leider wird die Mühe nicht belohnt, denn der Gipfel ist bewaldet. An der Nordflanke lädt zwar ein Fels zu einem Austritt ein, von dem man den nördlichen Sektor überblickt, aber die Wipfel des Jungwaldes, stören die Aussicht bereits wieder erheblich. 

Ein durch Felsen gesäumtes Tal trennt Segenberg und Limberg, hindurch führt der Weg zu den Dreihäusern (Třídomí, siehe Autowrackplatz). Hier trifft man unerwartet auf eine der größten Umweltsauereien, die uns bei unseren Wanderungen durch Nordböhmen begegnet: ein Autofriedhof mitten im Wald. Früher konnte man wenigstens den Weg noch passieren und zwischen den vor sich hin gammelnden Karossen hindurch schlüpfen. Heute ist alles verbaut. Kaum ist vorstellbar, dass das den Behörden nicht bekannt ist, also muss sich wohl eine mächtig schützende Hand darüber ausbreiten. Ein Stück davon entfernt herrscht wieder Friede, hier findet man den Altar der Hl. Dreifaltigkeit. 

Durch ein weiteres unscheinbares Felsental in der Kunnersdorfer Schweiz (Kunratické Švýcarsko) setzen wir unseren Weg hinauf zum Grünberg fort. Unweit des Ortes Kleingrün (Drnovec) führt parallel wieder ein Pfad hinunter ins Tal. Eine Markierung weist den Weg zur Waltro Höhle (Jeskyne Waltro). Hier verbarg sich die Widerstandsgruppe Walter Hofmann, die in der Gegend während des Zweiten Weltkrieg agierte. Die Gruppe um Hofmann war nicht die einzige sudetendeutsche Widerstandszelle, die gegen die Besatzer operierte. Das nutzte ihren Mitgliedern allerdings gar nichts, da sie später den Repressalien genauso ausgesetzt waren, wie der Rest der deutschen Bevölkerung.

Von Süden steigen wir auf den Grünberg, zunächst mit dem Ziel Schillerwarte. Von der Aussichtsplattform, die anlässlich Schillers 100. Todestages eingeweiht wurde, bietet sich einer der schönen Ausblicke auf die oben geschilderte Landschaft zwischen Mergthal und Glasert. Nun weiter hinauf zum vollständig bewaldeten Gipfel des Grünbergs. Nur die zu dieser Jahreszeit kahlen Bäume erlauben einen lockeren Durchblick zum Kleis (Klíč). Ein Aussichtsturm würde sich hier ausgesprochen gut bewähren, aber wie uns Dr. Hantschel berichtet: 

‚Die Absicht der Zwickauer, auf dem Gipfel aus Anlaß des vierzigj. Regierungsjubiläums Kaiser Franz Joseph I. einen Aussichtsthurm zu errichten, scheiterte an der Weigerung der kais. Domänenverwaltung.‘

Aber während des steilen Abstieges an der Ostseite des Berges erfassen wir über einen Kahlschlag hinweg ein zauberhaftes Landschaftsbild. 

Der Rückweg führt uns entlang der Lehnen des Glasertberges. Von hier überschauen wir das Terrain um Mergthal von der anderen Seite. Kaum zu steigern ist der ergötzende Blick von dem oft besuchten Wanderrastplatz am Hang des Knespelberges (Knespelův vrch) über die Weite Mittelgebirgslandschaft. Wir können für uns beanspruchen, dass dieser idyllische Flecken offenbar zuvor weder von Paudler noch von Hantschel oder Theodor Schäfer erkundet und beschrieben wurde; nur die Autoren der Seiten des Lausitzer Gebirges kennen sich hier ordentlich aus. Nun noch ein schneller Abstecher zum beeindruckenden Kreuzturm (Křížová věž) am Rabenstein und dann hurtig, aber schon ziemlich fußlahm, zurück zum Ausgangspunkt unserer heutigen Tour.

Die GPS-Daten zur Tour findet man hier.



Der Grünberg


Kaum noch Aussicht vom Gipfel des Segenberges


Felsental zwischen Segen- und Limberg




Spezial-Fordwerkstatt mitten im Grünen





Altar der Hl. Dreifaltigkeit




Aussicht vom Grünberg zum Limberg und zum Urteilsberg


Aussichten von der Schillerwarte




Der Trägerin muss das Kleidungsstück beim Aufstieg zum Grünberg sehr lästig gewesen sein


Unerwarteter Ausblick zu Tölzberg und Roll beim Abstieg vom Grünberg


Blick über Zwickau zum Kleis


Die Kalvarie bei Zwickau


An der Lehne des Glasertberges



Aussichten vom Knespelberg


Beim Kreuzturm



Mittwoch, 14. Februar 2018

Extreme Materie - Teil 1


Zum Herunterladen der Vorlesungs-Folien (pdf) Bild anklicken...


Vortrag Prof. Camenzid über Neutronensterne zur Einführung in die Problematik, über die ich im Folgenden jeden Mi was berichten werde...


Dienstag, 13. Februar 2018

Wanderung in die Felsenwelt des Zittauer Gebirges (mit Ärgernissen)

Ein Gastbeitrag von Björn Ehrlich, Zittau-Hörnitz


Den Wintermonaten sind Wanderungen im nächstgelegenen Zittauer Gebirge vorbehalten. Auch hier finden wir noch verschiedene Örtlichkeiten, die selten oder bisher gar nicht aufgesucht wurden. Heute haben wir es auf einige Felsformationen abgesehen. Die Sandsteinfelsen sind ein Markenzeichen des Zittauer Gebirges und nicht nur begehrt bei Bergsteigern. Nicht allein der Anmut der phantasievollen Gesteinsgebilde versetzt uns in ehrfurchtsvolles Staunen, sie prägen das gesamte Landschaftsbild ganz wesentlich.
Obwohl ich noch nie einen Felsen am Seil erklommen habe (von wenigen vergeblichen Versuchen abgesehen), empfinde ich doch im Angesicht der Gesteine wie einst Rudolf Kauschka

Wenn ich hier also von heimatlichen Felsen berichtet habe, als von Dingen, die uns immer neu und schön und groß erschienen sind, die uns durch all ihre Jahre im Herzen standen, umglänzt von den glücklichsten Erinnerungen, so weiß ich gleichwohl, dass vielen diese Dinge gering erscheinen mögen, daß sie mit verschlossenen Sinnen daran vorüber gehen werden, jetzt wie ehedem. Aber beachtet doch, dass die Dinge niemals größer sind als das eigene Herz, und dass die Seligkeit, die von ihnen in uns überströmt, genau so groß ist wie die Liebe, die wir für sie gefühlt haben. An unserem großen Glücke konnten wir unsere Liebe messen.‘

Nun aber los. Vom unteren Parkplatz in Hartau wandern wir zunächst über die Fluren bis heran an die Grenze zu Böhmen, um gleich darauf durch das Weißbachtal in das Gebirge einzutreten. Ein Weg zweigt alsbald ab in Richtung Fuchskanzel. Schon begegnen uns die ersten Felsen, beachtlich der Weißbachturm. Die Aussicht von der Fuchskanzel ist bekannt. Wir diskutieren noch über den Zustand der Geländer. Es setzt sich die Ansicht durch, dass heute eine Erschließung eines Felsen zu Aussichtszwecken wohl kaum noch Aussicht auf Realisierung hätte.

Nach Überschreitung dieses Felskammes geht es wieder steil hinab ins Tal. Ein kleiner Rundweg führt uns nun zum ersten eigentlichen Ziel der Wanderung, den Uhusteinen. Derer gibt es zwei, den nördlichen und den südlichen Uhustein, nach Moschkau auch die ‚Nackten Männer‘ genannt.
Stop, eine entsetzliche Entgleisung! In Zeiten von ‚#Metoo‘ erwarten wir gleiche Verhaltensgrundsätze und dementsprechend Persönlichkeitsschutz auch für Männer! Glücklicherweise hat sich diese verunglimpfende Bezeichnung für diese schönen Felsen nicht durchgesetzt. Von der Rückseite der Felsformation bietet sich über die Föhren hinweg ein schöner Blick zum Pfaffenstein und unmittelbar neben den Uhusteinen ragt majestätisch der Thielknopf, ein weiterer solitär stehender Gesteinsrecke empor. Ein kurzes Stück davon entfernt wendet der Weg in Form einer Schlinge dort, wo sich die Sächsische und die Böhmische Dianawand widerstreitend gegenüber stehen.

Vorbei an der Burgruine Karlsfried und über den Heideberg streben wir unserem nächsten Ziel zu, den Felsen am Töpfer. Bei der Ruine Karlsfried fällt uns noch ein, dass diese nebst der Burg Oybin, vielleicht noch der Burg Rohnau im Neißetal die einzigen Burgen auf dem Gebiet der heutigen südlichen Oberlausitz sind, auffallend wenig im Verhältnis zu dem dichten Besatz an Festen im Böhmischen Umfeld (die nächsten sind nicht weit entfernt: Raubschloss [ungeklärt], Raimund, Falkenburg).

An der Südseite des Töpfer führen mindestens 3 Wege auf den Berg, wir wählen den Aufstieg, der unmittelbar an der Fuchskanzel das Plateau erreicht. Auch hier ein Areal mit herrlichen Felsen, auf denen man mit ein wenig Vorsicht herum klettern kann, um eine schöne Aussichtsposition zu finden. Auf Höhe der Hussittenwand, jedoch links vom Wege, hat es mir ein (namenloser) tropfenartiger Fels besonders angetan, der hinter den unbelaubten Bäumen hervor lugt.

Über die herrliche Oybinaussicht und die anderweitig besprochenen Gratzer Höhlen steigen wir auf der westlichen Seite des Töpfers wieder zu Tal, um den Rückmarsch nach Hartau anzutreten. Doch werden wir abrupt noch einmal an eine idyllische Naturbeschreibung Rudolf Kauschkas erinnert, als wir auf schönen Wegen die Heimatberge verlassen wollen:

Wer uns auf diesen mühevollen und doch so einzig schönen Wegen in Heimatbergen bis hierher begleitet hat, der glaube nun nicht, daß uns auf unseren Fahrten nichts als Felsen beschäftigten; uns waren die Wege zu Ihnen, ganz von Schauen und Träumen, Hoffen und Sehnen erfüllt, die gurgelnd verquellenden Schritte, die einst so überglücklichen in unseren Hochmooren, wie die leise verrieselnden im Sande weiter Kiefernforste – sie alle waren nicht minder schön.‘

Wir dachten auch, dass wir träumen, als wir ein Stück unterhalb der Felsnadel ‚Krumme Tante‘ wieder einmal auf unpassierbare Wege stießen, die normalerweise den Wanderer zu den zauberhaften Felswelten führen sollen. Der Stadtforst, bzw. seine Auftragnehmer haben hier nichts unversucht gelassen, den Zugang über diese Flanke des Berges unbegehbar zu machen. Hier darf man sich die Frage stellen, inwiefern eine derartige Zerstörung von Waldwegen den Tatbestand der Sachbeschädigung erfüllt, denn selbst offizielle Wanderwege sind vor dem Holzhunger des Forstwirtschaftsbetriebes nicht geschützt. Dem Erholungswert des Waldes ist nun einmal der Vorrang vor der wirtschaftlichen Nutzung eingeräumt. Zwar gehören große Teile des Gebirges dem Stadtforst, gleichwohl befinden sich diese Liegenschaften auf dem Territorium der Gebirgsgemeinden. Die derzeitige Praxis der Waldbewirtschaftung kann nicht im Interesse dieser Gemeinden liegen, die auch wirtschaftlich stark vom Fremdenverkehr abhängig sind. Ich gehe davon aus, dass den Gemeinden die Bestimmungen des Sächsischen Waldgesetzes bekannt sind. Gemäß §31 (2) des Sächsischen Waldgesetzes kann eine Gemeinde per Satzung die Regeln für die Bewirtschaftung eines Erholungswaldes aufstellen und den Eigentümer verpflichten, sich dem unterzuordnen. Der Forstbetrieb (Stadtforst) muss dem zwar zustimmen, aber hier könnte man immer noch den Rechtsweg bestreiten. Die Kräfte darauf zu bündeln wäre allemal sinnvoller, als Bürger zu jagen, die zehn Minuten den Bürgersteig durch das Abladen einer Fuhre Holz blockieren (siehe Sächsische Zeitung, Lokalteil Zittau vom 06.02.2018).

Die GPS-Daten zu dieser Tour findet man hier.





Triangulationspunkt auf der Fuchskanzel


Die Uhusteine



      Blick von den Uhusteinen zum Pfaffenstein


Der Thielknopf


Bei der Sächsischen und Böhmischen Dianawand





An der Ruine Karlsfried


      Die Hussittenwand am Töpfer


Eine Laune der Natur aus Stein


Blick von der Böhmischen Aussicht: Roll und Jeschken




Blick von der Oybinaussicht: Das Kücken und Ortslage Bertsdorf


Im Klettergebiet der Kratzerhöhlen












Die 'Krumme Tante' (da war ich schon oben, M.S.)


Liebevoll gepflegte Wanderwege am Töpfer


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